
Grundlegende Verfahren unerlässlicher Kinderpflege
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Abb. 5 –
Puls-Ertasten an der
Halsschlagader.
Abb. 6 –
Puls-Ertasten an der
Armschlagader.
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AUSWERTUNG DES KREISLAUFES:
Sobald die Atemwege frei sind, und die ersten zwei Beatmungen durchgeführt wurden, muss der Kreislauf,
also der Puls, ausgewertet werden. Ein nicht ertastbarer Puls bedeutet eine mangelnde oder fehlende
Kontraktion des Herzmuskels.
Der Puls kann an den großen Schlagadern
(z. B. Kopfschlagader oder
Achsel- oder Oberschenkelschlagader) ertastet werden –
s. Abbildung Nr. 5, 6
. Im Allgemeinen, wenn
das Kind nicht alleine atmet, ist die Herztätigkeit meistens nicht ausreichend, und es muss die indirekte
Herzmassage durchgeführt werden. Es besteht die Möglichkeit, dass das Puls-Erstasten bei Kindern auch
an den großen Schlagadern schwierig sein kann, und deshalb sollten die Versuche nur einige Sekunden
unternommen werden.
Über die Herzaktivität können wir uns auch durch einfaches Horchen über-
zeugen, durch Anlegen des Ohrs an die Brustkorbmitte
, ggf. etwas links vom Brustbein in der Höhe
der Brustwarzen des Kindes.
Sollte der Puls nicht ertastet, und keine Herztätigkeit festgestellt werden
können, so muss die äußere Herzmassage durchgeführt werden.
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ÄUSSERE HERZMASSAGE BEI SÄUGLINGEN:
Die Äußere Herzmassage beruht
auf dem rhythmischen Herunterdrücken des Brustkorbes
, bei dem das
Blut zu den lebenswichtigen Organen ausgestoßen wird.
Die Massage muss immer mit der künstlichen
Beatmung verbunden werden!
Für das Erreichen eines optimalen Herunterdrücken s des Brustkorbs
muss das Kind rücklings auf einer glatten, ebenen und harten Unterlage liegen. Beim Säugling wird die
äußere Herzmassage durch Drücken auf das Brustbein im unteren Drittel durchgeführt –
s. Abbildung Nr.
7 – ca
. 1 Zoll unter der gedachten Brustwarzenverbindung. Das Herunterdrücken wird mit dem Mittel- und
Ringfinger, etwa ein Drittel zwischen dem Brustbein und der Wirbelsäule tief durchgeführt. Am Ende jedes
Herunterdrückens werden die Finger vom Brustkorb nicht entfernt.
Die Bewegungen müssen regelmäßig
und fließend sein.
Die Frequenz beträgt
bei Säuglingen ca. 80 Druckvorgänge in einer Minute
.
Bei
der äußeren Herzmassage größerer Kinder
wird der Brustkorb mit dem Handballen heruntergedrückt
–
s. Abbildung Nr. 8
. Das Herunterdrücken wird ca. in ein Drittel oder zur Hälfte der Entfernung Brustbein
– Wirbelsäule durchgeführt. Die Frequenz bleibt gleich, d.h. 80 Druckvorgänge in einer Minute.
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KOORDINIERUNG DER ÄUSSEREN HERZMASSAGE UND DER KÜNSTLICHEN BEATMUNG:
Nach jedem fünften Herunterdrücken
des Brustkorbes soll eine Pause von 1,5 s erfolgen,
in der wir
einen Atemzug in das Kind durchführen
.
Die Frequenz ist also 5 : 1
(ohne Rücksicht darauf, ob sich
dabei ein oder mehrere Retter aufhalten).
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VERSTOPFUNG DER ATEMWEGE DURCH EINEN FREMDKÖRPER:
Wenn die Atemwege nicht freigemacht werden, kann es sich um einen Fremdkörper in den unteren
Atemwegen handeln. Dem Ersticken des Kindes geht gewöhnlich ein Husten, Erbrechen, Blauwerden
und laute, röchelnde bis pfeifende Atmung vor. Über 90 % der Todesfälle infolge der Einatmung eines
Fremdkörpers gibt es bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr, davon 65 % Säuglinge. Von den kleinen
Gegenständen sind es verschieden Spielzeuge, aber auch Lebensmittel, Nüsse, Beeren, Bonbons,
Abb. 4 –
Künstliche Beatmung
beim Kind. Der Retter umschließt
den Mund des Kindes fest mit sei-
nem Mund. Mit einer Hand schiebt
er den Kopf des Kindes zurück und
drückt gleichzeitig mit dem Daumen
und Zeigefinger dieser Hand die
Nase des Kindes zu.
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